Dienstag, 8. Mai 2018
Elternsprechtag ...
Vor zwei Wochen war Elternsprechtag. Das sieht so aus: Du bekommst eine Liste der Eltern, die sich angemeldet haben und hast für jeden 5 min Zeit. Kein Problem bei guten Schülern: "Ja, Ihre Katja ist Klassenbeste, im Zeugnis können Sie mit einer 1 oder 2 rechnen, je nachdem, wie die nächste Arbeit aussieht - aber da bin ich sehr zuversichtlich!" "Dankeschön, und auf Wiedersehen!"

Dann gibt's die hoffnungslosen Fälle: "Also, mein Peter, der hatte immer nur Zweier und Dreier in Physik, beim Herrn Bergengruen. Und jetzt? Fünfer und Sechser! Das kann nur am Lehrer liegen!" Ja, ist klar. Und wenn ich nachher in der Schülerakte die Notenbögen des vergangenen Schuljahres anschaue, hat's so gerade eben für die Vier im Jahreszeugnis gereicht, im Zwischenzeugnis war's noch die Fünf. Aber ich bin ja völlig unfähig, und die Disziplin in der Klasse, was der Peter da erzählt ...
Stimmt. Wenn Elke an der Tafel vorrechnet - richtig - brüllt Peter durch die Klasse: "ich krieg gleich nen steifen" und nach einigen Sekunden folgt dann ganz leise "Hals". Elke ist halt sein bevorzugtes Mobbing-Opfer. Bei solchen Eltern bin ich froh, wenn die Weckfunktion am Handy Laut gibt, dass die fünf Minuten rum sind.

Und dann die Fälle, wo die fünf Minuten viel zu wenig sind. "In der Klassen-WhatsApp-Gruppe, da sind so Videos aufgetaucht ...". Filmchen von Mitschülern in der Sport-Umkleide. Unterrichtsmitschnitte. Fotos aus dem Schulbus. Und dann noch Erpressung und Drohungen "lass mich in der nächsten Mathe-Probe abschreiben, sonst stelle ich das auf Instagram". Welche Klasse? Fünfte. Die Altersgrenze bei Instagram liegt bei 13, die bei WhatsApp ist gerade eben erst auf 16 hinaufgesetzt worden. Die Täterin ist neulich 10 geworden. Und die Mutter fiel aus allen Wolken, dass das Veröffentlichen von Bild- und Tonaufnahmen ohne Einwilligung der aufgenommenen Person(en) eine Straftat ist.
Das Strafrecht greift zwar nicht bei strafunmündigen Kindern unter 14, wohl aber das bayerische Schulrecht. BayEUG Art. 56 (5) erlaubt dass "ein Mobilfunktelefon oder ein sonstiges digitales Speichermedium vorübergehend einbehalten werden" darf.
Und ich hab' jetzt das zweifelhafte Vergnügen, mich mit den Eltern der Täterin in Verbindung zu setzen, mir eine passende "pädagogische Maßnahme" zu überlegen ...

oh mann, ich liebe Elternsprechtage.

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Donnerstag, 22. März 2018
Nur noch zwei Tage ...
dann sind Osterferien. Und ich bin fix und alle - aber sowas von. Immerhin: Dieses Schuljahr habe ich keine Zehnte, also auch keine Erstkorrektur bei der Abschlussprüfung. Und noch besser: auch keine Zweitkorrektur. Ein völlig ungewohnter Zustand; immerhin unterrichte ich zwei Prüfungsfächer.

Das läßt hoffen: Mir bleiben so einige Konferenzen erspart. Im Gegenzug hat unser "lieber" Kultusminister alle schwangeren Kolleginnen vom Unterricht befreit, bis Ostern. Wegen Influenza, sprich: Grippe. Davon ist in unserer Ecke Bayerns aber noch(?) gar nichts aufgetaucht. Aber meinetwegen - sicher ist sicher. In der Schwangerschaft sollte man kein Risiko eingehen.

Natürlich wird vertreten. Und die Schulleitung ordnet mal so eben an, dass Teilzeit-Kollegen dafür ihren freien Tag opfern dürfen. Der Personalrat hat diesen Unfug allerdings sofort abgeblockt. Danke dafür. Die Chefin unterrichtet nach wie vor nur drei Stunden pro Woche. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

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Samstag, 2. April 2016
Osterferien sind fast rum ...
Jetzt sind sie fast vorbei, die Ferien. Vorgenommen habe ich mir viel, geschafft nicht mal die Hälfte. Die Steuererklärung ist ein Fragment, die Nachholschulaufgabe nicht konzipiert, der Schreibtisch chaotischer denn je und die schwankenden Stapel mit den Unterrichtsmaterialien sind auch noch nicht in die Ordner einsortiert.

Erschöpfung? - eher nicht. Faulheit? - sicher auch. Antriebslosigkeit? - definitiv. Ich bin sehr unzufrieden mit mir. Irgendjemand meinte, sowas könnte auch organische Grüde haben - Schilddrüse oder wasauchimmer. Mal schauen. Vielleicht kriege ich mich so weit aus meinem Sumpfloch heraus, dass ich mal zum Arzt gehe.

Dafür sind jetzt allerdings die Betten allesamt frisch überzogen, die Wäsche gewaschen (aber zum Teil noch auf der Leine) und wir haben über die Ostertage gut gegessen. An den Ostertagen waren stundenweise auch mal alle drei Kinder wieder im Haus. Schön, aber auch anstrengend - und laut.

Die beiden Großen sind wieder weg - Gretel hat vor Semesterbeginn noch ein paar Klausuren, sie hat sich heute verabschiedet. Und die Freundin vom Principesso muss wieder arbeiten; die beiden sind schon am Ostermontag wieder abgereist. Sehr ruhig ist es. Fast schon wieder ungewohnt. Jetzt ist nur noch Coco im Haus, bei dem es am Montag auch wieder mit der Schule weitergeht. Und bei mir auch. Große Lust habe ich nicht. Aber auch kein Frust. Naja - der Hunger kommt beim Essen - und der Frust-Verlust (manchmal sogar der Spaß) beim Arbeiten. Hoffentlich. Aber Dienstag ist Konferenz ...

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