Sonntag, 24. Januar 2016
Klassentreffen
Zeugnis der 10. Klasse - meins. "Versetzt nach Klasse 11. Dieses Zeugnis schließt die Mittlere Reife ein." Barbara, die mit diesem Zeugnis die Schule verließ, hatte den letzten Satz im Zeugnis stehen - aber den gab's nur auf Antrag. Diese Schule habe ich ebenfalls verlassen - ein Halbjar später. Mir wurde die Mittlere Reife nicht bescheinigt.

Dann erfuhr ich eher zufällig von einem Klassentreffen. Die meisten der ehemaligen Mitschülerinnen hatte ich über 30 Jahre nicht gesehen. So auch Sabine. Aber außer einem kurzen "Hallo" zur Begrüßung kam nichts. Den ganzen Abend. Sie, die zu Schulzeiten immer behauptet hatte, meine "zweitbeste Freundin" zu sein. Im Rückblick erschöpfte sich diese Freundschaft darin, dass sie mit schöner Regelmäßigkeit meine Mathe- und Latein-Hausaufgaben abschrieb, und man sich gegenseitig zum Kindergeburtstag einlud (im wesentlichen auf Wunsch der Mütter: "die Sabine ist doch so ein nettes Mädchen").

Erst zum Abschied hatte sie ein paar Worte für mich übrig: "Hach, ich konnte mich ja gar nicht um dich kümmern. Es gab ja so viel anderes ..." Und weg war sie. Affektiert wie eh und je.

Und verletzend. Dieses "kümmern" - 1. bin ich kein Pflegefall und 2. war sie dazu noch nie in der Lage, sich einem anderen zuzuwenden. Sie kreiste immer nur um sich selbst.

Inzwischen lege ich keinen Wert mehr auf Sabines Gesellschaft - verletzt bin ich trotzdem.

Achja - Barbara war nicht auf dem Klassentreffen, wie so viele, die diese Schule vor dem Abitur verlassen haben. Aber zu ihr hat wohl auch keine mehr einen Kontakt. Schade, sie war eine von den Netten.

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Unterm Strich erleichter, zu lesen, daß es anderswo ähnlich zugeht.
Auch wenns sehr traurig ist.

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